Lesotho

WIRTSCHAFTSTRENDS

Lesotho Highlands Water Project - Phase II

Johannesburg (gtai) - Für Lesotho zeichnet sich ein konstantes Wirtschaftswachstum um etwa 5% ab. Wichtige Impulse werden der Bau eines neuen Staudamms sowie eines Wasserkraftwerks setzen. Von den positiven Folgewirkungen dürfte neben der Bauwirtschaft auch der Dienstleistungssektor profitieren. Die Textilindustrie kann ihre Produktion und die Ausfuhren in die USA wieder steigern. Dazu trägt auch der schwächere Wechselkurs des Maloti bei, der die Wettbewerbsfähigkeit der lesothischen Betriebe erhöht.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts

Lesothos Wirtschaft dürfte 2014 erstmals seit vier Jahren wieder die Wachstumsmarke von 5% überspringen. Sowohl die Analysten der Economist Intelligence Unit (EIU) als auch des Internationalen Währungsfonds (IWF) sehen mit Prognosen von 5,4 beziehungsweise 5,3% eine beschleunigte Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Auch in der längerfristigen Vorausschau dürften sich die Steigerungsraten bei knapp 5% einpendeln. Der IWF rechnet für den Zeitraum 2014 bis 2018 mit einem durchschnittlichen Plus von 4,9% pro Jahr. Statistische Angaben zu Lesotho sind aber aufgrund der schwierigen Datenlage immer mit einer gewissen Unsicherheit behaftet. Die endgültigen Daten zum Wirtschaftswachstum 2012 variieren deshalb auch zwischen 4,0 (EIU) und 4,3% (Central Bank of Lesotho).

Die Wirtschaft Lesothos hängt neben der Binnenkonjunktur noch stark von den Überweisungen lesothischer Bergleute ab, die in den Goldminen Südafrikas beschäftigt sind. Deren Anzahl ging während der letzten Jahre zwar kontinuierlich zurück, wird für 2012 aber immer noch mit über 37.000 angegeben.

Auch in anderer Hinsicht besteht eine Abhängigkeit von externen Faktoren, die die künftige wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen. So werden etwa 60% des produzierenden Gewerbes Lesothos durch die Textilindustrie bestimmt. Diese verdankt ihre Entstehung insbesondere dem African Growth and Opportunity Act (AGOA), eine US-amerikanische Gesetzgebung, die eine zollfreie Einfuhr in den US-Markt ermöglicht und 2015 ausläuft. Eine Verlängerung von AGOA, über die in den USA voraussichtlich 2014 entschieden wird, ist von großer Bedeutung für Lesotho, da die Textilwirtschaft bei Wegfall der eingeräumten Vergünstigungen ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren droht.

In den letzten fünf Jahren entsprangen zudem durchschnittlich 40% der Staatseinnahmen Lesothos aus Einkünften der Southern African Customs Union (SACU), eine Zollunion, bestehend aus Südafrika, Lesotho, Swasiland, Namibia und Botsuana. Die Zolleinnahmen der SACU werden überwiegend durch Importe nach Südafrika generiert, während der bestehende Verteilungsschlüssel dafür sorgt, dass die Einnahmen vor allem den kleinen Staaten wie Lesotho zugutekommen. Aufgrund geplanter Reform der Einnahmenverteilung drohen sich die Einkünfte Lesothos jedoch mittel- bis langfristig zu reduzieren, mit entsprechenden Auswirkungen für die Finanzierung des Staatshaushaltes.

Der Bergbau hängt als Wachstumstreiber wiederum stark von den weltweiten Diamantenpreisen ab, die über die Wirtschaftlichkeit neuer Minenprojekte entscheiden. Insbesondere in abgelegenen Bergregionen des Landes sorgt die mangelnde Infrastruktur in den Bereichen Transport und Energie für hohe Kosten.

 

  

Portal Afrika

www.PortalAfrika.de

Auf der Website Portal.Afrika berichten Germany Trade & Invest und die Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK Südliches Afrika) in einem gemeinsamen Projekt über Wirtschaft und Märkte in Subsahara-Afrika. Portal.Afrika betrachtet branchen- und länderspezifisch das Wirtschaftsgeschehen im Subsahara-Afrikaraum, liefert Marktprognosen und detaillierte Fakten über Projekte und Ausschreibungen, informiert über Veranstaltungen sowie über wirtschaftliche Hintergründe.