Botsuana

WIRTSCHAFTSTRENDS

Johannesburg (gtai) - Die Wirtschaft Botsuanas befindet sich weiter auf einem stabilen Wachstumspfad und dürfte 2013 reale Steigerungsraten von etwa 4,4% erreichen, 2014 wird mit 4,3% gerechnet. Fast alles muss importiert werden. Lieferchancen bestehen in erster Linie bei Investitionsgütern für den Bergbau, denn zahlreiche Projekte zur Erschließung der riesigen Kohlevorkommen befinden sich in Planung. Auch dazugehörige Infrastruktur, wie die Trans-Kalahari-Railway, soll geschaffen werden.

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts

Die Wirtschaftsentwicklung Botsuanas bleibt 2013 mit einem prognostizierten Wachstum von real 4,4% etwas hinter den Erwartungen der Regierung zurück, die Steigerungsraten des Bruttoinlandprodukts (BIP) von rund 6% anstrebt. Bereits 2012 lag das BIP-Plus mit 4,2% unter dieser Richtgröße. Ursache dafür war vor allem ein Minus von 7% im Bergbausektor, was hauptsächlich in einer geringeren Nachfrage nach Diamanten begründet liegt. Debswana, der größte Produzent des Landes, meldete für 2012 nur eine Produktion von rund 20,22 Mio. Karat und blieb damit deutlich unter der bestehenden Kapazität (etwas über 30 Mio. Karat). Botsuana ist nach wie vor stark vom Diamantenabbau abhängig, der rund 80% der Exporterlöse einbringt sowie von großer Bedeutung für die Staatseinnahmen ist. Ohne neue Projekte dürften die Einnahmen aus dem Diamantenexport ab 2026 zurückgehen.

So werden die großen Diamantenminen in Jwaneng und Orapa derzeit im Tagebau betrieben, der hohe Produktionsmengen ermöglicht. Die verbleibenden Vorkommen werden jedoch ab etwa 2025 eine Tiefe erreichen, die den Übergang in den Untertagebau erfordert. Infolgedessen dürfte die Produktion deutlich schrumpfen. Allerdings zeigen sich Explorationsunternehmen wie Botswana Diamonds zuversichtlich, dass mit neuer Technologie weitere große Lagerstätten gefunden werden können.

Dennoch will sich die Regierung nicht auf eine Fortsetzung des Diamantengeschäfts verlassen und versucht seit einigen Jahren, die Wirtschaft des Landes zu diversifizieren. Wie das hohe Wachstum der nicht zum Bergbau gehörenden Sektoren 2012 zeigt, trägt diese Strategie bereits erste Früchte. Den größten Anteil an der BIP-Entstehung hat inzwischen der Dienstleistungsbereich, der mit den Sparten Handel, Finanzwirtschaft und Unternehmensdienstleistungen bereits 37% ausmacht. Der Bergbau trägt dagegen nur noch rund 15% zum BIP Botsuanas bei.

Die Entscheidung des weltweit größten Diamantenkonzerns DeBeers, den Hauptsitz seines Diamantenhandelsgeschäfts (Diamond Trading Company) bis Ende 2013 von London nach Gaborone zu verlegen, dürfte dem Dienstleistungssektor zusätzlichen Schwung verleihen. Die Bereiche Finanz- und Unternehmensdienstleistungen sowie Handel verzeichneten mit 11,0 beziehungsweise 5,5% ohnehin schon überdurchschnittliche Wachstumsraten. Das neue Handelszentrum von De Beers dürfte zusätzlich auch die Ansiedlung von weiterverarbeitenden Unternehmen fördern, etwa zur Schmuckherstellung.

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